Geschichte des katharertums
| Ein kurzer Abriss der Ereignisse Im 11.Jh. hat sich im Süden Frankreichs eine vom Katholizismus abgewandte christliche Religion entwickelt: Das Katharertum. Dieser neue Glaube beruhte auf dem Christentum, war aber dem Katholizismus gegenüber sehr kritisch. Er breitete sich sehr schnell in ganz Okzitanien aus. Um gegen diese Bewegung vorzugehen, beschloss Papst Innozenz III., einen Kreuzzug gegen die Albigenser in Gang zu setzen. Dieser Kreuzzug wurde bald durch einen geo-politischen Krieg zwischen den Lehnsherren aus dem Norden und denen in Okzitanien überlagert. Die Inquisitionstribunale vollendeten die Arbeit der zahlreichen Belagerungen und Scheiterhaufen gegen die Katharer. Obwohl das Katharertum ausgemerzt wurde, ist es heute eines der Symbole für Toleranz, Freiheit und Aufgeschlossenheit der okzitanischen Kultur. Es hat in diesem Gebiet und seiner Identität Spuren hinterlassen. Heute sind nur wenige Überreste von dieser Geschichte erhalten. Die Burgen, Abteien und Museen im Katharerland sind zu Symbolen dieses Kampfes geworden: Die Burgen dienten den Katharern als Zufluchtsort und wurden sehr oft belagert ; die Abteien hatten die Aufgabe, die katholische Position zu verstärken und den Kreuzzug zu unterstützen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Aussehen dieser Bauwerke sehr verändert, aber ihre Geschichte bleibt für immer mit der Tragödie der mittelalterlichen Epoche verbunden. |
Die Lehre….
Das Katharertum tauchte in der Christenheit des Okzidents Mitte des 12.Jh. auf. Diese christliche, mittelalterliche Abspaltung forderte, wie andere Bewegungen dieser Zeit, die Rückkehr zum Vorbild der ursprünglichen Kirche der frühchristlichen Zeit. Sie verurteilte die Kirche von Rom und ihre Hierarchie unter dem Vorwand, sie achteten das Lebensideal und die Armut Christi nicht.
Katharergemeinschaften gab es in ganz Europa unter unterschiedlichen Namen. Aber in Südfrankreich und in den Städten im Norden und im Zentrum Italiens wurde das Katharertum am besten und dauerhaftesten aufgenommen.
In den Augen der Kirche von Rom stellten die Katharer eine weit größere Gefahr als die Ungläubigen (Juden und Moslems) dar, da sie, obwohl sie Christen waren, die Schriften anders interpretierten und die Doktrin der sieben Sakramente ablehnten.
Ihr Glaube beruhte auf der Existenz zweier Welten, einer guten und einer bösen. Die erste, die unsichtbare Welt, deren Geschöpfe unsterblich sind, ist Schöpfung Gott Vaters; die zweite, die sichtbare und korrupte Welt, ist Werk des Teufels. Die gefallenen Engel, die in den vom Teufel geschaffenen fleischlichen Körper eingesperrt wurden, sind die Seelen der Männer und Frauen geworden.
Für die Katharer ist Christus nur ein Bote des Vaters, der den Menschen die Heilsbotschaft brachte. Er ist nicht wie bei den Katholiken der Erlöser von allen Sünden. Somit haben die Katharer nur ein Sakrament, das einzig heilbringende, beibehalten: das Consolamentum (die Tröstung) oder die Taufe durch Handauflegen, wie Christus es gemacht hat.
Die Ereignisse, die zum Verschwinden der Katharer im Süden führten …
Wie andere zeitgenössische, abtrünnige oder rebellierende Bewegungen wurde die vom Papsttum verurteilte « Ketzerei der Guten Menschen » Zielscheibe des katholischen Klerus: Zunächst traten die Zisterzienser auf (der spätere hl. Bernhard kam ab 1145 in das Gebiet von Toulouse, um sie zu bekämpfen;) und dann im 13.Jh. die Bettelorden (Dominikaner und Franziskaner).
Ne parvenant pas à les convaincre d’abandonner leurs croyances par le seul usage de la prédication, la papauté décide en 1209 de déclencher contre les cathares du Midi, la première croisade organisée en terre chrétienne contre les hérétiques et ceux qui les soutiennent. Ce sera la Croisade contre les Albigeois.
Allein durch das Predigen gelang es nicht, die Katharer zu überzeugen, von ihrem Glauben abzulassen. Daraufhin beschloss der Papst 1209, gegen die Katharer in Südfrankreich den ersten Kreuzzug in einem christlichem Land gegen die Ketzer und die, die sie unterstützten, zu organisieren. Das wurde der Kreuzzug gegen die Albigenser.
Der König von Frankreich wollte sich 1209 nicht in das Abenteuer stürzen. Aber in Lyon versammelten sich 300 000 von den Reichtümern des Süden angezogene Barone und Ritter des Nordens in Begleitung ihrer Diener und gedungener Verbrecher. In Folge der Belagerung von Carcassonne wurde Simon de Montfort zum Anführer des Kreuzzuges ernannt. Ab 1226 ließ sich Louis VIII, der Philippe-Auguste auf dem Thron Frankreichs folgte, auf den Kreuzzug ein.
Dieser Konflikt dauerte zwanzig Jahre und führte zu einer Veränderung des politischen Kräfteverhältnisses im Süden Frankreichs (Eingliederung der Gebiete des Seneschalls von Carcassonne und Beaucaire in den Besitz des französischen Königs und Unterwerfung Raymond VII. von Toulouse unter den König).
1233 ergriff die Kirche eine andere Strategie und richtete eine neue Rechtsinstitution ein, die den Dominikanern anvertraut wurde: die Inquisition. Die von den Inquisitoren im Laufe des ganzen 13. und Anfang des 14.Jh. durchgeführten Untersuchungen reduzierten die Zahl der Katharer im Süden deutlich.
Der Feldzug gegen Montségur, den Sitz des Katharer-Bistums im Gebiet Toulouse, war geradezu das Nachwort zum Kreuzzug gegen die Albigenser. Sie stellte einen Wendepunkt in der Unterdrückung des Katharertums dar. Die Aufgabe der Burg am 15.März 1244 endete mit dem Verschwinden des wichtigsten Zufluchtsortes der Katharerhierarchie.
Die Gefangennahme der Vollkommenen ("Perfecti") Pierre und Jacques Authié 1308 bedeutete das Ende der Ketzerei im Languedoc. Der Scheiterhaufen des letzten bekannten Vollkommenen, Guilhem Bélibaste, 1321 in Villerouge-Termenès, der Burg des Erzbischofs von Narbonne, setzte der Geschichte des Katharertums im Süden endgültig den Schlusspunkt.
Chronologie
1179 das 3. Laterankonzil erklärte die Katharer zu Häretikern
1208 15.Januar, der vom Papst gesandte Prälat Pierre de Castelnau
wurde ermordet
1208 Papst Innozenz III. rief zum Kreuzzug auf
1209 im Juli Belagerung von Béziers
1210 Belagerung von Termes
1218 Tod von Simon de Montfort bei der Belagerung von Toulouse
1229 Vertrag von Meaux-Paris
1242 gescheiterte Revolte von Raymond VII. und seinem Sohn
1244 16.März, Scheiterhaufen von Montségur
1255 Ende des Kampfes mit der Einnahme von Quéribus
1321 Tod von Guilhem Bélibaste
1659 Pyrenäenvertrag
