Die Abtei Saint-Hilaire

Hüterin eines Juwels aus dem 12. Jahrhundert

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Saint-Hilaire liegt auf halbem Weg zwischen Carcassonne und Limoux und ist einer jener Orte, die das kollektive Gedächtnis ansprechen. Schon beim Betreten der Abtei spürt man, wie seine tausendjährige Geschichte die Vorstellungskraft anregt.

GESCHICHTE[N]

Ludwig der Fromme machte die Abtei im 9. Jahrhundert bekannt: Er sprach ihr eine wichtige Rolle zu, indem er ihr größten Schutz durch einen Karolingischen Herrscher zusicherte. Während des ganzen Mittelalters vergrößerte die Benediktinerabtei ihren Einfluss. Sie wurde im 10. und 11. Jahrhundert zur Grabbstätte der Grafen von Carcassonne. Einer der größten Künstler des 12. Jahrhunderts schuf einen Sarkophag für den Schutzheiligen Saturninus. Der Reliquien-Altar aus Marmor ist eines seiner Meisterwerke. Die Abtei überstand den Albigenserkreuzzug und den Folgen des Reiterangriffs durch den Schwarzen Prinzen während des Hundertjährigen Krieges. Sie hielt stand, verstärkte ihre Befestigungen und verschönerte das Innere mit den neuartigen Werken gotischer Kunst. Die Deckenmalereien in der Wohnung des Abtes sind ein großartiges Zeugnis vom Ende des 15. Jahrhunderts, einer ansonsten sehr schwierigen Zeit, in der schon bald die Religionskriege über das französische Königreich und das Dorf Saint-Hilaire hereinbrechen sollten...

Der Meister von Cabestany

Der Reliquien-Altar des Heiligen Saturninus ist eines der Hauptwerke des Meisters von Cabestany. Die Bewegung in seiner Kunst ist äußerst spektakulär: Der Stier scheint mit seiner ganzen Kraft aus dem „Rahmen“ zu springen. Nur selten kann man ein romanisches Werk so auf Augenhöhe betrachten. Warum der Heilige Saturninus in Saint-Hilaire? Wer sind sie? Wovon erzählt dieses Werk? Lauter Fragen, die diese Besichtigung umso spannender machen...

Der gotische Kreuzgang

Die ganze gotische Kunst in Saint-Hilaire ist geprägt von Eleganz. Die Doppelsäulen des um 1340 erbauten Kreuzganges sind verbunden durch Kapitelle, die aus einem Block gemeißelt und mit der Darstellung von wilden Tieren oder Blättern verziert sind. Die neue Kanzel des Refektoriums zeigt ein feines Farbenspiel... Um diese Bauarbeit durchzuführen, holten sich die Äbte Unterstützung von einem Kloster, dass trotz des Kreuzzuges mächtig geblieben war.

Die Deckenmalereien

Die Deckenmalereien in der Abtswohnung haben sowohl etwas vom Mittelalter als auch von der Renaissance. Man sieht darauf Jeanne d'Arc ebenso wie fantastische Ungeheuer. Die höfischen Szenen sind der mittelalterlichen Ikonographie zuzuordnen, die Darstellungen des Alltags im 15.-16. Jahrhundert hingegen sind eine neue Tendenz. Das Individuum wird sich seiner bewusst, das Portrait entwickelt sich, und der Drang nach Bequemlichkeit...

Die Keller

Im Mittelalter wurden riesige Getreidesilos im Boden eingegraben. Anschließend grub man einen Tunnel, um einen Keller einzurichten, und zerschlug den Boden der Silos. Die oberen Teile der Silos blieben allerdings. Schauen Sie bei der Besichtigung des Kellers nach oben, dann sehen Sie seltsame „Alkoven“: Das sind die Öffnungen der ehemaligen Silos!

ENTDECKUNG[EN]

Bei einem Spaziergang

Umgebung

Wer hat den Blanquette de Limoux kreiert? „Die Mönche von Saint-Hilaire“ werden die Leute aus der Gegend sagen. Und wer hat die Legende der Mönche kreiert? „Wir“, werden die Blanquetiers dann flüstern. Die Geschichte dieser Legende, und auch die wirkliche Geschichte des sprudelnden Weins und dieser Gegend werden Sie in der Abtei erfahren.

Schaum-Fantasien