Die Burg Arques

Eine nordfranzösische Residenz in den Corbières

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Einige Kilometer nach der Burg Coustaussa öffnet sich vor uns ein grünes Tal. In dieser unerwartet lieblichen Landschaft erhebt sich der Donjon von Arques, ein Meisterwerk gotischer Architektur nach Vorbildern aus der Île-de-France.

Geschichte[n]

Im 11. Jahrhundert war Arques ein Dorf an der Kreuzung der Straßen, welche die Regionen Carcassès und Fenolhédès miteinander verbanden. Ende des 12. Jahrhunderts zeugte erst ein herrschaftlicher Turm in der Mitte des Dorfes von der Macht der Familie aus Termes. 1260 verkaufte Olivier de Termes seinen Sitz in Arques an Pierre de Voisins, einen einflussreichen französischen Ritter. Sein Enkel Gilles de Voisins begann 1280 den Bau der Burg und entschied, das Dorf zu vergrößern. Die von Gilles und seinen Nachfahren errichtete Schlossresidenz ist ein exzentrisches Bauwerk. Zweifellos wandten sie sich an die Handwerker des Königs, die damals in Carcassonne und in der Region Corbières tätig waren, um diesen raffinierten Wohnsitz zu errichten, der Komfort mit militärischer Effizienz verband. Im 16. Jahrhundert, als die Spanier und danach die Protestanten ihr Dorf zerstörten, diente die Burg den Bewohnern von Arques als Zuflucht. Die Herzöge von Joyeuse, die damals Arques beherrschten, verließen die Burg und zogen in ein neues Renaissance-Schloss in Couiza am Ufer der Aude…

Der Wohnturm

Der in die Mauer integrierte Wohnturm auf der linken Seite des Eingangs ist ein quadratischer Bau auf zwei Ebenen. Auf der unteren, halb eingegrabenen Ebene erhebt sich ein Saal mit Tonnengewölbe. Auf der oberen Etage befindet sich ein Saal mit Spitzbogengewölbe, das auf behauenen Sockeln ruht. Zwei schöne Gesichter erinnern an die raffinierten Konsolen mit Skulpturen von Musikern in der Burg von Puivert...

Umgebung des Donjon

Mit seinen vier runden Wachtürmen, die sich an den Ecken auf die Außenmauer stützen, scheint der Donjon auf Stelzen zu stehen. Elegant erhebt sich der Bau aus orangegelbem Granit mit seinem rosafarbenen Ziegeldach auf 24 Meter Höhe. Seine Mauern sind unterbrochen von fast hundert Öffnungen wie Schießscharten, Fenstern, Türen, Totschlägern...

4 Etagen im Inneren

Die Wendeltreppe, welche die vier Ebenen des Donjon miteinander verbindet, liegt im kleinen Südost-Turm. Auf jeder Etage beeindruckt die bemerkenswerte Qualität der Konstruktion: Hier sehen wir acht Spitzbögen, die auf einem einzigen Sockel zusammenkommen, dort ein Fenster mit Kleeblattbogen oder einen Kamin mit behauenen Säulen. Außerdem hat der Saal die Form eines perfekten Achtecks...

Ein Vorreiter

Die Burg Arques hat zweifellos von der großen Kunst der königlichen Baumeister profitiert. Zahlreiche Beiträge von Bauleuten aus Caracassone, Peyrepertuse oder Termes wurden hier vollumfänglich genutzt. Die Sorgfalt beim Innenausbau war eine Neuheit und kündigte den Renaissance-Stil an, welcher aber erst nach dem Hundertjährigen Krieg aufblühen konnte.

Entdeckung[en]

Ein Spaziergang

Das Dorf
Die Kirche Sainte-Anne
 Das Haus von Déodat Roché
Das Arboretum

Umgebung

Arques und Saint-Louis de Parahou sind die einzigen Bastides in den Corbières. Als die Familie Voisins am Ende des 13. Jahrhunderts beschloss, das Dorf Arques zu erweitern, erhielt der neue Ortsteil den Status einer „Bastide“, eines befestigten Viertels. Der Adlige zog neue Bewohner an, indem er vorteilhafte Bedingungen für die Urbarmachung des Bodens, Viehweiden und die Nutzung des Waldes bot .... 1329 erhielten die Einwohner auf Antrag ihres Grundherrn vom König das Recht, Märkte und Jahrmärkte abzuhalten. Dadurch wurde Arques zu einem belebten ländlichen Marktflecken.

Der Reiz der Bastides