Die Burg Usson

ABSTECHER IN DIE BERGREGION DONEZAN

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Im oberen Teil des Aude-Tals erheben sich vor der Bergkulisse drei aufeinander folgende Plateaus. Auf das Pays de Sault folgt das Donezan, dann das Capcir.. Wald, Seen und hohe Berge machen das Donezan zu einem herrlichen Ausflugsziel in der Natur. Dort steht unweit von Rouze die Burg Usson, die den Zugang zu diesem Teil der Ariège bewachte, aber der Aude zugewandt war...

Geschichte[n]

Ende des 10. Jahrhunderts schlossen die Grafen von Carcassonne und die der Cerdagne ein Abkommen und teilten das große Gebiet des karolingischen Razès unter sich auf: Die Regionen Donezan, Capcir und ein Teil von Fenouillèdes fielen an die Grafen der Cerdagne. Um über die Einhaltung dieser Grenzen zu wachen, standen sich zwei Burgen gegenüber, jede auf ihrem Felsen: Usson im Donezan und Dournes im Pays de Sault. Die Herren der Burg Usson waren im 12. Jahrhundert Vasallen des Königs von Aragon. Sie waren in keiner Weise bedroht durch den Albigenserkreuzzug, unterstützten aber die Belagerten in der Burg Montségur. Um ihnen zu Hilfe zu eilen, machten sie Überfälle und nahmen etwa dreißig geflüchtete Parfaits auf, worauf die Inquisitoren als Vergeltung zwei ihrer Mitglieder lebendig verbrannten. Ihr Vermögen ging an die Grafen von Foix, die sich nicht darum kümmerten. Die verlassene Gegend wurde völlig vergessen und war den regelmäßigen Überfällen der Spanier ausgeliefert. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg von ihrem neuen Bewohner, dem Marquis de Bonnac vollständig restauriert. Aber dann kam plötzlich die Revolution...

La Maison du Patrimoine

Das Museum Maison du Patrimoine ist in den ehemaligen Ställen am Eingang der Burg untergebracht. Es bildet den Beginn der Besichtigung. Auf 700 m² ist die lange Geschichte Ussons und der Region Donezan von der Urgeschichte bis heute dargestellt. Sie wird uns mithilfe von Ausstellungen, Tonbildschauen, Objekten aus archäologischen Grabungen und einer nachgebildeten traditionellen Behausung vermittelt.

Durch und durch symmetrisch

Die Burg des 18. Jahrhunderts wurde über der aus dem 11. Jahrhundert gebaut, welche stellenweise völlig verschwunden ist.. Das auffallendste Merkmal des klassischen Stils ist das Streben nach Symmetrie. Es findet sich schon im Eingangshof bei der Gestaltung der Ställe. Drei Türme in der hohen Festungsmauer, von denen zwei nicht echt sind, bilden die Entsprechung zum vorstehenden mittelalterlichen Turm, und ergeben mit ihm ein harmonisches Gesamtbild. Der Architekt hat sich sogar eine raffinierte optische Korrektur des Plattenbelages im oberen Hof einfallen lassen, um die Perspektive zu wahren...

Ein luftiger Saal

Der große, mittelalterliche Gewölbesaal befindet sich unter dem Speisesaal des 18. Jahrhunderts. Er diente zur Lagerung von Lebensmitteln, insbesondere Getreide, und verfügt über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, das eine perfekte Konservierung gewährleistete.

Eine geheime Tür

Im Falle einer Belagerung brauchte es einen versteckten Ausgang, um sich zu versorgen oder Verstärkung zu holen... Man musste die enge Treppe nehmen, die sich zwischen der Apsis der Kirche und dem großen Gewölbesaal befand. Sie war verdeckt. Am Fuß der Treppe führte eine kleine Türe in die Freiheit: Über eine einfache Leiter erreichte man den Fuß der Mauer und konnte sich ins Tal schleichen...

Eine geheimnisvolle Kirche

Diese Kirche wurde entdeckt, als man anlässlich der Sanierungsarbeiten in der Burg Grabungen ausführte. Man weiß nichts über sie, außer dass sie von Raubgräbern heimgesucht wurde, welche die Kulturschichten total zerstört haben. Dennoch sind typische Elemente der frühen Romanik wie Überreste von bemaltem Putz vorhanden...

Entdeckung[en]

Ein Spaziergang

 Der botanische Lehrpfad
 Die Scheunen von Rouze
Der Weg „Vauban“

Umgebung

 Der Lac du Laurenti
Natur pur im Skigebiet
Die Burg Querigut

Laut einem Inquisitionsregister soll es den in Montsegur belagerten Katharern gelungen sein, einen „Thesaurus“, einen Schatz aus der Burg zu bringen. War es bares Geld oder ein Schatz auf Pergamentrollen? Jedenfalls soll er nach Usson gebracht worden sein, wo er auf mysteriöse Art verschwand... Lange Zeit wüteten dort Schatzsucher. Sie zerlegten alles, plünderten - und fanden nichts. Aber dabei haben sie viele archäologische Elemente, die uns ermöglicht hätten, mehr über den Ort zu erfahren, für immer zerstört.

Der Schatz von Montségur